Stoy Schule
19
Feb
2016
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Demographischer Wandel oder fehlende Innovation? – Gewerbeanmeldungen in Thüringen rückläufig

Laut Pressemitteilung des Thüringer Landesamts für Statistik (TLS) vom 15.10.2015 ist die Zahl von angemeldeten Unternehmungen leicht rückläufig. Auf den ersten Blick ist ein Verhältnis von 100 Neuanmeldungen zu 115 Abmeldungen nicht ungewöhnlich. Darin spiegelt sich allerdings eine schon seit Jahren anhaltende Entwicklung wider. Als Hauptursache für die Anzahl von Gewerbeanmeldungen galt bisher die Wirtschaftslage. Da sich diese schleichende Entwicklung allerdings über verschieden Konjunkturzyklen gemittelt stabil hält, könnten andere Faktoren dafür verantwortlich sein.

Als eine der Hauptursachen führt man den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft an. Dieser führt bekanntermaßen zunehmend zum Fachkräftemangel. Diese Tatsache stellt die Wirtschaft vor massiven Problemen im Umgang mit dem Produktionsfaktor Mensch. Was auf der einen Seite erschreckend klingt, führte in den letzten Jahren zu tiefgreifenden Veränderungen in der Personalwirtschaft. Durch geeignete Maßnahmen zur besseren Identifikation mit dem jeweiligen Unternehmen, Verbesserung der Arbeitsbedingungen und natürlich auch besserer Entlohnung erübrigt sich für viele scheinbar die Notwendigkeit ein eigenes Gewerbe zu betreiben.

 

Kritische Stimmen sehen schon länger in dieser Entwicklung eine stagnierende Innovation in unserer Wirtschaft. Die Förderungen von Unternehmensgründungen sind bereits eingeleitete Maßnahmen, um dieser entgegen zu wirken. Ein Beispiel dafür ist die Einrichtung des „ThEx“- das Thüringer Zentrum für Existenzgründungen und Unternehmertum in Erfurt. Angedacht als zentrale Anlaufstelle für potentielle Gründer und auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU), werden hier die Beratungsangebote diverse Kammern und Institutionen unter einem Dach vereint. Dadurch soll es Interessenten leichter fallen notwendige Informationen einzuholen und passende Gesprächspartner zu finden.

Ein spürbarer Wandel unserer bisher relativ kleinteiligen Wirtschaft in Thüringen lässt sich nicht vermeiden. Schlussendlich ist ein größerer Anteil von großen Firmen zu begrüßen, da diese durch ihre Finanzkraft auch größere Investitionen tätigen und Krisen besser überstehen können. Das Interesse an innovativen Ideen besteht auch für größerer Investoren – wollen diese doch auch in Zukunft gewinnbringend investieren. Eine Ballung in wirtschaftlich starken Regionen ist nicht nur politisch gewollt, sondern scheinbar auch unvermeidbar.

 

„Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.“

 

Zitat: Alan Bay 1998: Wie ein Vogel im Aquarium, Ausgabe 6, 9783499604409, Seite 49 (Verlag BoD – Books on Demand)

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